Herzlich Willkommen bei Delegato  - Verein zur Förderung der Pilgerbewegung.

 

Impressionen von der Jakobusmesse in St. Maria Goretti, Biebesheim am Rhein, 25.07.2019

Der Temperaturfühler im Auto zeigt 42 Grad im Schatten, als wir St. Maria Goretti am frühen Abend erreichen. Pünktlich um 18.30 Uhr betritt Pfarrer Stephan Fillauer die Kirche durch den Haupteingang und schreitet durch den Mittelgang zum Altar. Vor diesem schwebt das Botafumeiro-Fass noch unbeweglich unter dem Kirchendach. Pfarrer Fillauer berichtet, dass heute in der Kathedrale von Santiago wegen laufender Renovierungstätigkeiten keine Messe stattfindet und also auch kein Weihrauchfass durch das Kirchenschiff schwingt. Die Temperatur dort sei übrigens nicht tropisch, wie bei uns, sie läge bei 22 Grad. Einige Anwesende seufzen leise leidend auf.

Der vom Apostel und dem Jakobsweg beseelte Pfarrer erzählt von den neuesten Forschungen der Jakobsgeschichte, davon, dass Jakobs Aufenthalt in Saragossa im 1. Jahrhundert inzwischen erwiesen sei. Er predigt überzeugt und überzeugend. Mit seinen Worten darüber, dass fast jede Pilgerin und jeder Pilger auf dem Camino mindestens einmal zu Tränen gerührt werde, zumeist weil sie – und sei es nur für Momente – zu einem Einverständnis mit sich und dem Höchsten gelangten, berührt er die Herzen vieler Messebesucher.

Dank der einfühlsam-begleitend gespielten Orgel geraten die drei gesungenen Traditionslieder zu Ehren des Apostels und des Pilgerns zu emotionalen Gemeinschaftserlebnissen. Zum festlichen Abschluss der Messe schwingt dann das große Weihrauchfass zu den Klängen der Jakobshymne durch den Mittelgang der Kirche.

Anschließend laden Pfarrer und Gemeinde zu Speis und Trank ins angrenzende Gemeindehaus. Zum reichen Buffet mit Wein und Wasser, mit Kochkäs‘ und Salaten haben viele beigetragen. Pfarrer Fillauer stellt eine selbst gebackene Santiago-Torte auf die lange Tafel. Er zeigt Fotos, Devotionalien und die Compostelas, die Pilgerurkunden, seiner jüngsten Pilgerfahrten. Viele Pilgerinnen und Pilger erzählen von ihren persönlichen Erlebnissen auf den Jakobswegen und von ihren Projekten. In entspannter Atmosphäre klingen die Gespräche bis in den späten, allmählich kühler werdenden Abend.

 

 

Es war ein Fest des Pilgerns!

Fast 500 Besucherinnen und Besucher, 17 Aussteller, 4 Referenten und das kleine Oragnisationsteam der Hessischen St. Jakobusgesellschaft haben am 23. und 24. Februar 2018 mit der 2. Frankfurter Pilgerbörse „Vamonos“ ein großes Fest des Pilgerns gefeiert. Den Auftakt bildete am Freitagabend das Ensemble „Estampie“ mit einem grandiosen Konzert alter Pilgermusik in der stimmungsvoll illuminierten Kirche Mutter vom Guten Rat mit mehr als 200 Gästen.

Estampie spielte auf traditionellen Instrumenten, u.a. das „Congaudeant Catholici“ aus dem Codex Calixtinus sowie etliche Lieder aus den Cantigas de Santa Maria und dem Livre Vermell. Zu den Höhepunkten der Programms am Samstag zählten die Referate zum Thema „Pilgern als Therapie und Selbsthilfe“, die Vorträge von Fra Bernardino über sein Leben als Einsiedler auf der Ronita di Cesi am Cammino di Francesco in den umbrischen Bergen und die Ausstellung von eindrucksvollen Fahnenentwürfen für die Jakobusgesellschaft von Studierenden der TU Darmstadt. Einen stimmungsvollen Ausklang fand die „Vamonos“ am Nachmittag mit einer Pilgervesper und dem Pilgersegen von Pfarrer Werner Portugall, dem Spiritus Rector der Veranstaltung.

Der Besuch von Fra Bernardino

Für Delegato, insbesondere für Jörg Mattutat, stand der Besuch von Fra Bernardino in Seeheim und Frankfurt im Zentrum des Vamonos-Wochenendes. Am Freitagabend, während des gemeinsamen Konzertbesuches, lernte Bernardino die Freunde der Hessischen St. Jakobusgesellschaft ebenso kennen, wie die Weinbergkapelle, Ort für seine Vorträge am nächsten Tag.

Zur Einführung zeigte Jörg Mattutat ein mit Musik unterlegtes, 4-minütiges Video über die Geschichte der Romita di Cesi. Das Video kann hier betrachtet werden: https://youtu.be/jcwKXiI0TYg.  

Dann lauschten die Gäste gebannt den Geschichten des 78-jährigen Einsiedlermönchs, der aus seinem reichen Leben berichtete. Seine Faszination für sein Lebensprojekt, den Wiederaufbau der Klosterruine Romita di Cesi, übertrug aich auf die Zuhörer*innen. Bernardino begann seinen Vortrag mit dem Satz: "Ein Leben kann man nicht erklären, aber man kann daraus erzählen."

Einige Freunde der ersten Stunde, die Bernardinos Projekt - trotz vieler Widerstände – von Beginn an unterstützt haben, waren von weit her nach Frankfurt gekommen, um ihn wiederzusehen und um ihn zu hören. Auch etliche Pilger, die ihn und die Romita auf ihrem Cammino di Francesco kennengelernt hatten, lauschten seinen Worten.

Jörg erklärt Bernardino die Frankfurter Pilgerwelt.

Fra Bernardino, von innen leuchtend und voller Vitalität.